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1Apr/11

Was genau hat der neue “Biosprit” mit “Bio” zu tun?

SKD-Biosprit-E-10

Der Blog neusprech.org hat das ganze mal genauer unter die Lupe genommen. "B. (auch Biokraftstoff) hat mit Biojoghurt und anderen Bioprodukten nichts zu tun. Es darf als unwahrscheinlich gelten, dass ihm je das Biosiegel zuteil werden wird. Bio- ist im Deutschen reihenbildend und (fast schon) ein Präfix, das so viel bedeutet wie „aus biologisch-kontrolliertem Anbau“. Biosprit hingegen wird nicht biologisch-kontrolliert angebaut." Wir sehen also das Biosprit eigentlich nichts mit Bio zu tun hat. Doch der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) sieht das ganze etwas anders, und schreibt in den Kommentaren des neusprech Blog folgendes:

"Tatsächlich gibt es für Biokraftstoffe kein “Biosiegel”. Es gibt aber eine Verordnung die vorschreibt, dass Biokraftstoffe (Biodiesel, Bioethanol, Pflanzenöl) mindestens 35 % weniger Treibhausgase emittieren dürfen als fossile Kraftstoffe. Gemessen wird der gesamte Produktionsweg – vom Ackerbau inklusive der Düngung, Ernte, Transport etc. bis zur Verbrennnung im Motor. Zudem ist es verboten, dass die Rohstoffe für Biokraftstoffe von Flächen stammen, die vorher Regenwaldflächen waren. Eine entsprechende Regelung gibt es für Lebensmittel oder Futtermittel nicht. Hierzu mehr unter dem Link

http://www.biokraftstoffverband.de/de/nachhaltigkeit.html

Was auch fehlt, was aber dringend erforderlich ist: gesetzliche Mindeststandards für die Produktion fossile Kraftstoffe. Siehe Nigerdelta, Teersande in Kanada, Ölbohrungen im Urwald in Equador etc.

Es gibt Otto- und Dieselkraftstoff, der Begriff “Kraftstoff” ist also ein Oberbegriff, kein Werbewort für Benzin.

Der Begriff “Biosprit” wird häufig etwas unscharf sowohl für Bioethanol als auch für Biodiesel verwendet. Meiner Ansicht nach kann er für Ethanol verwendet werden, schließlich handelt es sich hierbei um Alkohol, also um “Sprit”.

Zu den Rohstoffen:
BioDIESEL wird aus ölhaltigen Pflanzen wie Raps, Soja oder Palm hergestellt. Die Zusammensetzung richtet sich nach zwei Kriterien:

- es gibt Winterware, die besonders Kälteresistent ist; diese wird zu etwa 100% aus Raps produziert, während die Sommerware auch aus Soja und Palmöl hergestellt wird.

- je nach dem Preis des jeweiligen Rohstoffs wird mal der eine, mal der andere Rohstoff vermehrt eingesetzt. Grenze des jeweiligen Rohstoffeinsatzes sind dabei allerdings technische Parameter, denn der Biodiesel muss einer DIN-Norm entsprechen.

In den letzten Jahren pendelte der Einsatz von Raps für Biodiesel zwischen 75 und 85 %, Soja kam zu etwa 15 – 20 % zum Einsatz und Palmöl zu rund 5 % (über das gesamte Jahr gerechnet!)

BioETHANOL wird aus stärkehaltigen Pflanzen hergestellt, d.h. in Deutschland aus Getreide (zu 2/3, hierzu zählt auch Mais, der aber bisher in Deutschland keine große Rolle gespielt hat) und Zuckerrüben (ca. 1/3).

In diesem Jahr besteht die Besonderheit, dass Deutschland als eines der ersten Länder in der EU die oben angesprochene Nachhaltigkeitsregelung für Biokraftstoffe umgesetzt hat. Demnach müssen sich die Produktionsbetriebe (Bauern, Biokraftstoffhersteller) zertifizieren lassen. Da es in Übersee, d.h. in Indonesien, Brasilien, USA, bisher praktisch keine zertifizierten Unternehmen und Rohstoffproduzenten gibt, werden die Rohstoffe zu nahezu 100% aus Deutschland bzw. Europa kommen.
mehr zu Ethanol unter: (download)

http://www.biokraftstoffverband.de/downloads/1893/VDB_Facts_Bioethanol.pdf

Zur Diskussion “Tank oder Teller”:

http://www.biokraftstoffverband.de/de/umwelt.html

Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB)"

Ich kann euch nur ans Herz legen den ganzen Blog Beitrag zu Lesen.

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